Nov 252016
 
Frau träumt vom finanziellen Erfolg

Leider nicht so direkt, denn das Geschäftsinteresse der Dozenten und Coaches und das des Portalbetreibers sind nicht gleich. Der Portalbetreiber will möglichst viele gebührenpflichtige Einträge von Trainern, Dozenten, Coaches und Lehrern. Ob die Kunden damit Umsatz generieren, ob Tausende Interessierte sich auf das Portal stürzen und die dort gelisteten Coaches/Dozenten buchen wollen, ist ihm zunächst egal.

Anlaß des Artikels war ein Anruf von Xing. Die wollten mir, weil in meinem Xing-Profil irgendwo das Wort “Coach” steht, einen gebührenpflichtigen Eintrag auf coaches.xing.com verkaufen, für 600 € plus Umsatzsteuer jährlich im Voraus. Die Listungen dort sind ziemlich langweilig, alle sehen gleich aus, kein Coach hat die Möglichkeit sich hervorzuheben. Dafür kann man sich dort mit gleichfalls reichlich teuren Siegeln schmücken. Ein Beispiel dafür ist das Focus-Qualitäts-Siegel. Weiterhin kann der zahlende Kunde oder Abonnent beliebig viele Referenzen anbringen. Eine Zahl neben dem Profil zeigt die Zahl der Bewertungen.

Referenzen haben viel mit Trinkgeld im Restaurant gemeinsam. Bin ich mit der Leistung zufrieden, gebe ich Trinkgeld oder eine positive Referenz. Bin ich unzufrieden, bleibe ich ruhig, um nicht wegen Rufschädigung verklagt zu werden. Im Internet gibt es eine Tendenz zu bezahlten Kommentaren im Sinn des Auftraggebers.

Beispielkalkulation

niedrige variable Kosten lassen Gewinne explodieren

Wie sehr der Umsatz eines gebührenpflichtigen Coach- oder Dozentenportals von der Anzahl der Eingetragenen abhängt, zeigt folgende Berechnung: der Jahresbeitrag sei 600 €.

Wie ein Freiberufler- und Dozentenportal schon bei wenigen Abonnenten Gewinn macht

Wie ein Freiberufler- oder Dozentenportal schon bei wenigen Abonnenten Gewinn macht

Die jährlichen Festkosten des Portals nehmen wir mit zwei Millionen Euro an.
Um einen Jahresbeitrag zu erzielen, fallen 150 € Werbekosten an – d. h. 25% des Umsatzes werden für Akquise verwendet.
Die nebenstehende Grafik zeigt, wie schnell die Gewinnzone erreicht wird und wie schon bei wenig mehr Kunden Millionengewinne erzielt werden. Die Gewinnschwelle ist bereits bei 4445 eingetragenen Dozenten/Coaches erreicht. Ob die Werbe-Abonnenten etwas verkauft haben, wird nicht gemessen. Aus Sicht des Portalbetreibers ist das auch absolut überflüssig. Es wäre mit zusätzlichen Kosten für ihn verbunden. Niemand veröffentlicht gerne Daten über die wirkliche Portalreichweite. Und wenn welche zu haben sind: wieviel Verkehr wurde von Coaches/Dozenten selbst verursacht, die ihre schönen Einträge bewundern wollen?

Trainer.de, dozenten boerse.de und die anderen Coach- und Dozentenportale

Diese Portale sind fuer die Eintragenden viel günstiger. Trainer.de hatte bei mir in zwei Jahren Präsenz keinen einzigen Auftrag generiert, dozentenboerse.de läßt alte Profile für alle Ewigkeit stehen. Ändern kann man das nur durch eine erneute, gebührenpflichtige Mitgliedschaft oder über eine gerichtliche Anordnung.

Und womit kann ich trotzdem auf mich aufmerksam machen

Kunden suchen nicht über Portale, sondern über Google und Bing. Ein guter Platz bei den Suchergebnissen ist wichtig. Wenn der Interessent so auf Ihre Seite kommt sind Sie alleine und nicht noch 10 Wettbewerber mit fast denselben Leistungen und dem gleichen netten Grinsen auf dem Bildschirm. Die Webseite muss gut sein: normalerweise bringen 1000 gezählte Besucher einen Kunden. Auf Nachfrage verrate ich Ihnen gerne und ohne Kosten, welche für Freiberufler und Dozenten gebührenfreien Portale zu Aufträgen führen können. Eine Webseite für Suchmaschinen zu optimieren ist zeitaufwändig, weswegen hier die Preisliste greift.