Meetup-Gruppe im Public Relations – wirkt das?

Meetup-Gruppe im Public Relations – wirkt das?

In diesem Beitrag geht es um Beitrag einer selbst organisierten Meetup-Gruppe zur persönlichen Markenbildung und Bekanntheit der eigenen Produkte.

Meetup ist eine weltweit verbreitete Plattform zum Organisieren von sogenannten Communities. Gegen eine Gebühr von etwa 100 € jährlich zuzüglich Umsatzsteuer können bis zu drei Gruppen mit unterschiedlichen Interessenschwerpunkten gegründet werden. Für einfache Mitglieder ist Meetup kostenlos, die Werbung hält sich USA-typisch sehr in Grenzen. Ich selbst organisiere zur Zeit zwei Gruppen.

Meetup ordnet die Gruppen nach Interessenschwerpunkten ein und stellt die vorhandenen Gruppen den passenden Mitgliedern vor. Die Communities haben schon vom Namen her Gemeinsamkeiten mit dem traditionellen Verein als Gemeinschaft zur Ausübung gemeinsamer Interessen. Die Plattform “Meetup” hilft bei der Organisation. Dadurch sind auch kleinere Gruppen möglich als beim traditionellen Verein.

Wer kommt – Teilnehmer

Meetup ist für Freizeitgestaltung und ein wenig berufliche Bildung. Die Menschen suchen sich die Gruppen nach sozialen Bedürfnissen und Unterhaltungswert aus. Viele Menschen mögen es, sich in mittelgroßen, Gruppen ohne langes Commitment (Bindung) zusammen zu kommen. In meinen Gruppen kommt diese Motivation noch vor dem eigentlichen Gruppenthema. Bei den Gruppen zur Softwareentwicklung treffen sich die häufig alleine auf ihrem Gebiet arbeitenden Teilnehmer, um in der Gruppe unbefangen über ihr Fachgebiet reden zu könen und andere Menschen mit ähnlichem Schwerpunkt zu treffen.

Mathematik

Ein von SAP mitfinanziertes Forschungsprojekt in Indien probierte sich bereits in der Vorhersage des Erfolgs von Meetup-Gruppen anhand der Entwicklung bisheriger Gruppen.

Die Modelle dieses Projekts stammen aus den Jahren 2015-2016 und die Rechenergebnisse decken sich nicht mit meinen Beobachtungen aus 2018 und 2019. Deshalb folgend ein leicht nachvollziebares Erfolgsmodell für Meetup-Gruppen. Die verwendete Stichprobe ist mit zehn Gruppen klein.

Mitgliederentwicklung einer von mir als typisch angesehenen Meetup- Gruppe

Meetup selbst liefert die Anzahl der Interessenten für das Thema in einem frei wählbaren Umkreis um den Standort. Nach bisherigen Erfahrungen schreiben sich in den ersten vier Wochen etwa 5% der Interessenten ein, danach jeden Monat 0,5%. Von den eingeschriebenen kommen anfangs etwa 10% zu den Treffen, dies sinkt auf etwa 2% Teilnehmerquote nach 12 Monaten. Die Gruppe muss also schneller wachsen wie die Teilnehmer “verbrennen”, wenn sie langfristig Bestand haben will. Dies ergibt bei 2000 Interessenten und 100 anfängliche Anmeldungen und dann 10 jeden Monat.

Teilnehmerentwicklung der Events der Meetup-Gruppe

Wie wird die Meetup-Gruppe erfolgreich?

Immobilienmakler nennen als Erfolgsfaktoren für den Hausverkauf: Lage, Lage, Lage, Ausstattung. Bei Meetup-Gruppen ist es: Lage, Lage, Thema, Thema. Mit einem noch so interessanten Thema wird man in einer dünnbesiedelten Gegend wenig Erfolg haben. Orte mit starker Zu- und Abwanderung sind ein weiteres gutes Feld für Gruppen. Neu Zugezogenen fehlt die lokale Verankerung mit Verwandten, Vereinen und Kollegen.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind Lage und Thema. Und hohe Motivation des Veranstalters und Organisators.

Vom Verein des 18. Jahrhunderts zur Meetup-Gruppe

Was früher örtliche Vereine waren, macht heute die Meetup-Gruppe – wir veranstalten Events. Durch die weite Verbreitung der Webseite wird es einfacher, an Mitglieder zu kommen. Bei Verein musste man noch von Tür zu Tür gehen oder Zeitungswerbung schalten.

Marketing-Konzept

Das Konzept von Meetup sieht vor, über Eintrittsgebühren den Preis für die Mitgliedschaft zu erwirtschaften. Es ist auch möglich, Events mit Eintritt zu veranstalten und die Zahlungen über die Meetup-Seite zu verwalten.

Gebührenpflichtige Events funktionieren nur beschränkt. Ich kenne einige Coaches und Therapeuten, die über Gruppen zusätzliche Kunden werben wollten. Das Interesse an deren Leistungen war von den Teilnehmerzahlen her eher gering. Bei dieser Gruppe machen je nach Preislage bereits zwei geworbene Klienten den Aufwand lohnend.

Published by Johannes Winterhalter
Gaining numbers from multiple sources and transforming that into meaningful and comprehensive results - I do that since DBase III in 1988 and am now into data lakes, SQL, R and survey management.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.