Growth Hacking und Market Analytics

Growth Hacking und Market Analytics

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Wer braucht Growth Hacking?

Normalerweise Start-Ups. Überleben und groß werden braucht hier exponentielles Wachstum. Das könnte wöchentliche Verdopplung des Umsatzes sein. Growth Hacking funktioniert auch bei traditionelleren Unternehmen, die ihre Produktion schnell genug erweitern und ihren Markt noch ausbauen können. Die Mathe dazu ist einfach: startet der Startup S mit zwei Kunden und will 1000 Kunden, dauert das bei wöchentlicher Verdopplung der Kundenzahl exakt 10 Wochen. Das funktioniert bis zur Marktabdeckung.

Growth Hacker sind Menschen, die mit für das Umfeld nicht direkt einsehbaren Methoden solche Umsatzzuwächse erreichen. Dadurch hat die Arbeit etwas Magisches.

Hacking bedeutet mit bedingt legalen Methoden Zugang zu nicht unmittelbar einsehbaren oder geschützten Daten zu bekommen. Der Hacker sucht nach Lücken und versteckten Eingängen in Computersysteme. Ein Growth Hacker sucht und findet direkte Wege in das Bewußtsein und die Wahrnehmung der potentiellen Kunden. Beide verwenden Methoden, die anderen ein Zuviel an technischem Wissen und Kreativität abverlangen würden.

Besondere Fähigkeiten des Growth Hackers

Er sieht unerfüllte Bedürfnisse des Menschen. Der Test erfolgt in Nischenmärkten, in denen der Growth Hacker sieht wie gut ein Produkt ankommt. Traditionelle Marktforschung versagt an diesem Punkt, weil das Produkt vom Marktforscher nicht gesehen und damit nicht getestet wird.

Marktforscher verlassen sich gerne auf Umfragen, mit der Folge dass die Anworten sehr den Fragen und weniger dem tatsächlichen Denken der Befragten entsprechen. Das jüngste Beispiel sind die US-Präsidentschaftswahlen: Donald Trump führte einen Wahlkampf mit Angst vor Gewalt. Joe Biden führte stärker in den Umfragen als in der Wahlurne.

Laut Henry Ford waren Marktforschung und Kundenanregungen nicht der Anstoß für die Entwicklung des damals revolutionären und in riesigen Stückzahlen gebauten Model T. Die Kunden hätten anstelle von Autos, die sie aus Ihrem bisherigen Leben nicht kannten, schnellere Pferde gewünscht.

Growth Hacking ist Empfehlungsmarketing

Eine preisgünstige und schnelle Kundengewinnung kommt an Empfehlungsmarketing nicht vorbei. Menschen empfehlen ein Produkt weiter, wenn es ihnen geholfen hat oder Begeisterung auslöst. Oder wenn sie mit der Empfehlung Geld verdienen können.

Kostenlose Probezugänge, Verteilen von Proben, Influencer, Probestunden, Präsenz auf sozialen Medien – viel hilft viel.

Marktforscher – werden sie noch gebraucht?

Growth Hacking ist das Produkt aus vielen Ideen und Zahlen. Der feste Glaube an den eigenen Erfolg nutzt nichts, wenn sämtliche Market Fundamentals dem entgegenstehen, eine Analyse des Totally Accessible Market nur beschränkte Wachstumsmöglichkeiten ergibt.

Der Marktforscher kennt zudem die Verbreitung und die Wirkung der einzelnen Empfehlungs- oder Influencer-Kanäle und kann verläßliche Tests durchführen.

Published by Johannes Winterhalter
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